Arbeiten für Museen

In früheren Epochen erwarteten Auftraggeber von ihren Hofschneidern kunstvolle Handarbeit, perfekte Passform, repräsentative, prächtige Materialien und den jeweils „aktuellen Schnitt“.

Die hohe Qualität der Ergebnisse faszinieren mich heute. Den Hofschneidern von früher nachzueifern- daran arbeite ich.

In meiner Werkstatt entstehen Kostümreproduktionen, textile Anschauungsobjekte und die Ausstattung historischer Führungen. Ich präsentiere aufmerksamen Besuchern glaubwürdige Kostüme nach Abbild der Vergangenheit.

Museumsbesucher wünschen sich heutzutage Geschichte zum Anfassen anstatt Geschichte in gläsernen Schaukästen. Viele Museen setzen sich daher zum Ziel, Geschichte modern und attraktiv zu präsentieren und nutzen immer häufiger historische Kostüme um Ausstellungen, Darbietungen und Führungen anschaulich und interessant zu gestalten.

Betrachter, ob groß oder klein, lassen sich von Kostümreproduktionen gerne in eine andere Zeit verführen. Geschichtlich relevante Persönlichkeiten in Originalkostüm prägen sich besser ein und lassen das Gesamtbild einer Epoche entstehen. So beauftragte mich die Museumslandschaft Hessen-Kassel, das Rembrandt Gemälde, das seine Frau Saskia in „reichem Gewand“ zeigt, als Kostümreproduktionen umzusetzen. Jetzt wird es den Besuchern auf einer Schneiderpuppen präsentiert.

Museumsbesucher interessiert es auch, wie zum Beispiel ein Rokokokostüm aufgebaut ist. Aus wie vielen Schichten besteht es? Welche Unterbauten trug man, damit die damals angestrebte Silhouette stimmte? Mieder, Reifrock, oder andere Konstruktionen?

Spannend ist auch, wie unterschiedlich die verwendeten Stoffe waren: gestärktes Leinen für einen Mühlradkragen, prächtige Jacquards als Jupon, transparente Klöppelspitzen für Engageantes, elastisches Rosshaar für den Gehrock.

Selbst auszuprobieren, wie beengend und schwer ein durch Federstahlspiralstäbchen versteiftes „Schnürmieder“ ist, wie elastisch ein „Cul de Paris“ und wie unpraktisch ein „Hühnerkorb“? Das erfährt man erst, wenn man die Werkstücke anziehen, heben, drücken und erleben darf!

Die Anwendungsgebiete für Darsteller in historischer Gewandung sind vielfältig: Museumsführungen, Fotos, Plakate, Flyer, Broschüren, Presseartikel oder Fernsehdokumentationen.

Aber auch Stadtfeste, historische Umzüge und Stadtführungen.

 

Mit folgenden Museen habe ich bisher zusammengearbeitet:

1. Ludwig Erhard Zentrum Fürth (Ausstellungs-, Dokumentations-, Begegnungs- und Forschungszentrum)

Ich schneiderte ein Kindermäntelchen aus der Zeit 1904 für die Dauerausstellung.

In den kleinen Zimmern der ehemaligen Wohnung der Familie Erhard wird die von mir gefertigte Kostümreproduktion gezeigt.

https://www.artefakt-berlin.de/aktuelle-projekte/ludwig-erhard-zentrum-lez/

museen kost 22

(weitere Bilder in der Galerie)

2. Museumslandschaft Hessen-Kassel

Bei diesem Museumsauftrag galt es, ein Renaissance Kostüm nachzuschneidern. Es handelt sich um das Kleid von Rembrandts Frau, Saskia von Uylenburgh, in dem sie von ihrem Mann 1642 portraitiert wurde.

Wichtig waren neben dem Wiedererkennungseffekt, dass man bei museumspädagogischen Führungen auch alle daruntergetragenen Schichten zeigen und anziehen konnte.

In einem kleinen (leihenhaften) Filmchen zeige ich, in welcher Reihenfolge man die Schichten eines Damen Rennaissance Kostüms anzieht.

https://www.museum-kassel.de/de/ausstellungen/kassel...-verliebt-in-saskia

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3. LWL-Industriemuseum, Sonderausstellung in der Zeche Nachtigall im April 2014

Gegenstand dieses Museumsauftrags war die Reproduktion der Kostüme des adligen Zechenbesitzers C. August Freiherr von Elverfeldt und seiner Frau aus dem Jahr 1770 anhand von Gemälden.

Werfen sie ein Blick in das Begleitheft des Museums. Dort sieht man den von mir angefertigten Kostümentwurf und Fotos des Entstehungsprozesses.

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